Zubehör Tipps von A bis Z

Das richtige Zubehör kann das Hörerlebnis von Hörsystemträgern signifikant erhöhen. Dabei geht es nicht nur um zusätzlichen Komfort, sondern auch um ein Mehr an Sicherheit. Mit dem geeigneten Zubehör lassen sich zum Beispiel akustische Signale in optische (Lichtimpulse) oder haptische Signale (Vibration) umwandeln, die auch dann wahrnehmbar sind, wenn man sein Hörsystem gerade einmal nicht trägt.

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl hilfreicher und beliebter Zubehöroptionen für Hörsysteme vor und geben Ihnen Tipps für die häufigsten Anwendungsfälle.

Akku- Ladestation

Die Energieversorgung eines Hörsystems liefern kleine Batterien, auch Knopfzellen genannt. Seit einigen Jahren bieten alle Hersteller auch akkubetriebene Hörsysteme an. Diese vereinfachen die Handhabung der Hörgeräte sehr; legt man die Hörgeräte über Nacht in die Ladenstation, schalten sie sich automatisch aus. Nimmt man sie am Morgen aufgeladen wieder heraus, schalten sie sich automatisch ein. Eine Kontrollleuchte informiert über den aktuellen Ladezustand der Geräte.

App

Eine mobile Anwendungssoftware (Mobile Application, kurz App) ermöglicht die Steuerung der Hörsysteme über das Smartphone. So lassen sich z.B. Lautstärke und Klang regeln, Programme für spezielle Hörsituationen abrufen, der Batterie- bzw. Akkustand des Hörsystems prüfen und vieles mehr. Das Hörerlebnis kann so orts- und situationsspezifisch noch individueller und bequemer auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten werden, ohne eine manuelle Einstellung direkt am Hörsystem vorzunehmen. Hörgeräteträgern mit eingeschränkter Motorik erleichtert die App-Steuerung via Smartphone die Bedienung ihrer Hörsysteme.

Bluetooth Übertragung

Bluetooth bezeichnet einen Industriestandard für die Datenübertragung per Funk zwischen Geräten über kurze Distanz. Es ermöglicht die direkte, drahtlose Übertragung von Audiosignalen (z.B. von Telefongesprächen oder dem Fernsehton) in die Hörgeräte. Hierzu wird entweder direkt das Bluetooth-Signal der Klangquelle (z.B. des Handys) genutzt. Alternativ, sofern das zu verbindende Gerät selbst keine Bluetooth-Signale überträgt, wird ein Bluetooth-Sender an der Kopfhörerbuches des TV, Computers oder der Stereoanlage angeschlossen. Auch externe Mikrofone können Sprache oder Musik als Bluetooth-Signal auf Hörsysteme übertragen.

Externe Mikrofone        

Sie ermöglichen die direkte Übertragung von Mikrofonsignalen per Bluetooth in die Hörgeräte.

Der Empfangsradius eines Hörgerätes bewegt sich im Nahfeld des Hörgeräteträgers. Das heißt, Sprachsignale können in einem Umfeld von etwa 1-3 Metern empfangen werden. Weiter entfernte Sprecher können oft nicht mehr gut verstanden werden. Sind größere Distanzen zu überbrücken, z.B. auf Konferenzen, bei einer Museumsführung oder einer Familienfeier, helfen externe Mikrofone, die Stimme weiter entfernter Personen zu übertragen. Dazu wird das externe Mikrofon entweder (bei einer Konferenz) vor der sprechenden Person auf dem Tisch platziert oder am Körper getragen. Die Reichweite solcher Bluetooth- Sender beträgt bis zu 25 Metern. Übertragungsanlagen via Funk können sogar bis zu 100 Meter überbrücken; solche Geräte finden in aller Regel in Klassenräumen, bei Großveranstaltungen oder in Museen Anwendung.

Fernbedienung

Ähnlich einer App auf dem Smartphone ermöglicht eine Fernbedienung die Steuerung der Hörsysteme für Programmwahl und Lautstärke-Einstellung. Auch die Zuschaltung externer Sender (TV-Sender) ist per Fernbedienung möglich. Herstellerabhängig sind Fernbedienungen mit oder ohne Display erhältlich. Bei eingeschränkter Motorik des Hörgeräteträgers erleichtert die Fernbedienung durch die bessere Haptik und übersichtliche Handhabung die Bedienung der Hörgerätefunktionen.

FM – Sender

Frequenzmodulation (FM) ermöglicht eine qualitativ gute, störungsarme drahtlose Übertragung von Funksignalen. Bekannt ist dieses Übertragungsverfahren aus dem Hörfunk. Für Hörsystemträger werden spezielle FM-Tonübertragungsanlagen angeboten, welche den Radio- oder Fernsehton ebenso in Hörsysteme übertragen, wie die in ein Mikrofon gesprochene Stimme einer Lehrkraft im Klassenzimmer oder eines Vortragenden in Konferenzräumen. Ferner können auch Signale wie z.B. die Türklingel oder andere Warnsignale (Rauchmelder) als FM-Signale übertragen werden.

Hörimplantate-Zubehör

Natürlich steht die Fülle an Zubehör auch Trägern von Hörimplantaten zur Verfügung: Auch wenn Sie mit Ihrem Hörimplantat sehr zufrieden sind – Telefonieren, Fernsehen oder Unterhaltungen in belebten Restaurants können durchaus eine Herausforderung bedeuten. Die Audioprozessoren von Hörimplantaten wurden so entwickelt, dass sie sich schnell und einfach mit Telefonen, Tablets, Mikrofonen oder anderen Audiogeräten verbinden lassen. In geräuschvollen Umgebungen werden Sprache und Klänge dann direkt an Ohr weitergeleitet, damit Sie sich beim Hören nicht anstrengen müssen.

Weitere Zubehör-Lösungen für Ihr Hörimplantat umfassen andersfarbige Abdeckungen Ihres Audioprozessors, Schutzhüllen, Fernbedienungen und viel mehr.

Induktive Signalübertragung

Hier wird das Audiosignal mit elektromagnetischen Wellen über ein Kupferkabel in eine so genannte T-Spule im Hörgerät übertragen. Die Übertragung findet drahtlos, aber räumlich begrenzt statt. Sie kommt meist in Kirchen, Kinos, Theatern oder am Hotelempfang zum Einsatz. Sie erleichtert das Verstehen in akustisch schwierigen Situationen, wie in hallenden Räumen oder bei starken Nebengeräuschen.

Verwender solcher Induktionsanlagen informieren in aller Regel mit einem Hinweisschild (ein schematisiertes Ohr und der Buchstabe T in weißer Farbe auf blauem Grund), dass sie diese Technik anbieten.

In Entwicklung befindlich ist derzeit eine digitale Übertragungstechnik von Tonsignalen in Hörsysteme an öffentlichen Orten. Dieses, derzeit als „HearStream“ bezeichnete Verfahren, nutzt einen neuen Bluetooth-Standard namens Audio Sharing. Anders als die induktive Signalübertragung wird das neue Verfahren akustische Signale künftig in störungsfreier, digitaler Stereoqualität übertragen.

Lichtsignalanlage mit Vibrationsmelder

Bei der Lichtsignalanlage wird ein üblicherweise akustisches Signal von den entsprechenden Empfängern in Licht- oder Vibrationssignale umgewandelt. Man sieht oder spürt also, wenn es beispielsweise an der Haustür klingelt. Die Einsatzmöglichkeiten sind groß und umfassen Telefon, Babyphon, Rauch- und Bewegungsmelder, deren Signale auf optischem oder haptischem Weg auch von Menschen mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit im Schlaf wahrgenommen werden. Die Blitzlicht-Empfänger können über die im Haus befindlichen Steckdosen mit der Anlage verbunden sein. Alternativ können die Signale der Sender auch mittels eines Vibrations-Armbandes empfangen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.

Sport-Clips

Viele Hörsysteme haben bereits eine rutschfeste Oberfläche und halten dadurch besonders gut im oder hinter dem Ohr. Droht es beim Sport allerdings heftiger zur Sache zu gehen, empfiehlt es sich, das Hörsystem mit sogenannten Sport-Clips zusätzlich hinter dem Ohr zu befestigen. Fließt viel Schweiß oder wird Wassersport betrieben, können Schweißbänder oder Spezialhüllen für Hörsysteme sinnvoll sein.

Telefonmagnet

Besonders ältere Festnetztelefone produzieren ein Magnetfeld, das von der Telefonspule eines Hörgerätes aufgenommen wird. Ist das Magnetfeld des Telefons zu schwach, wird es von einem am Lautsprecher des Haustelefons zu befestigenden kleinen Magneten verstärkt. Hält man den Telefonhörer ans Ohr, erkennen viele Hörsysteme aufgrund des Magnetfeldes automatisch, dass man telefonieren möchte. Sie aktivieren das Telefonprogramm dann von selbst. Die Aktivierung des Telefonprogrammes erleichtert das Telefonieren, da nur die Stimme des Gesprächspartners am Telefon verstärkt wird, nicht aber die störenden Geräusche der eigenen Umgebung.

Trockensysteme

Moderne Hörsysteme sind in der Regel gegen Spritzwasser geschützt. Schweiß oder zu viel Nässe können der Technik allerdings schaden, da durch Öffnungen an Mikrofon, Hörer und am Batteriefach Feuchtigkeit eindringen und die Elektronik angreifen kann. Zur schonenden Pflege und Trocknung empfiehlt sich die nächtliche Aufbewahrung der Hörsysteme in einer Trockenbox, welche die Hörhilfe elektrisch trocknet und mittels kurzwelliger UV-C-Strahlen reinigt und desinfiziert. Das Batteriefach sollte während der Trocknung geöffnet und die Hörgerätebatterie entfernt worden sein.

Wecker

In der Nacht legt man seine Hörgeräte üblicherweise ab. Für Menschen, die mit einer Hörminderung leben, kann es daher schwierig oder unmöglich sein, die akustischen Signale eines Weckers im Schlaf wahrzunehmen. Selbst (nur) einseitig Schwerhörige überhören diesen häufig. Es gibt Wecker, die statt akustischer Signale sehr helle Lichtblitze senden, oder solche, die den Schlafenden durch Vibrationen wecken. Hierfür legt man ein kleines Vibrationskissen unter das eigene Kopfkissen.

Zum Schluss…

…möchten wir Sie noch auf die Zubehörangebote der Hörsysteme-Hersteller hinweisen. Unter den folgenden Links finden Sie passendes Zubehör zu Ihrem Hörsystem, darunter viele der zuvor vorgestellten Optionen.

Ergänzende Informationen zu diesen und weiteren Zubehöroptionen erhalten Sie bei Ihrem Hörakustiker.

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